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DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 29.01.2012 um 10.30 UTC Dauerfrost mit verbreitet strengem Nachtfrost zwischen minus 10 und minus 15 Grad. Im höheren Bergland Sturmböen wahrscheinlich. Darüber hinaus zunächst vor allem im Osten, später auch in anderen Gebieten zeitweise meist nur geringer Schneefall möglich. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 05.02.2012 Von Mittwoch bis Sonntag sieht der heutige Lauf EZMW-00 folgende Entwicklung vor: Ein umfangreiches und nahezu ortsfestes Hoch über Nordwestrussland wirkt mit einem Bodenkerndruck von 1060 hPa für den gesamten Zeitraum als unüberwindbarer Kaltluftblock für atlantische Frontensysteme, deren Ostverlagerung spätestens an der europäischen Atlantikküste im Sinne eines "Frontenfriedhofs" ausgebremst wird. Am Südrand des Hochs im Bodendruckfeld fließt zunehmend kältere Festlandsluft nach Deutschland. Dadurch sinkt dort die Temperatur in 850 hPa von anfangs etwa minus 7 Grad rasch bis auf etwa minus 17 Grad. In der Höhe (Niveau 500 hPa) zieht ein markanter Kaltlufttropfen über dem östlichen Europa mit einer Kernisotherme von minus 45 Grad und Feuchtigkeit aus dem Schwarzen Meer langsam zur Ostsee. Dabei vereinigt er sich mit einem kleinen Cut-off-Tief, das über UK unter Verstärkung zum westlichen Mittelmeer zieht, schließlich zu einem südwärts ausgedehnten Langwellentrog über Mitteleuropa. In ihm können sich in der Höhe kleinräumige - und daher nur kurzfristig prognostizierbare - zyklonale Zirkulationen mit regional begrenzter dynamischer Hebung entwickeln. Am Wochenende setzt über dem Nordatlantik in einer gut entwickelten und dort bis dahin zonalisierten Frontalzone kräftige Zyklogenese ein. Auf der Vorderseite des daraus resultierenden Steuerungstiefs soll von Montag auf Dienstag übernächster Woche in der Höhe wärmere Meeresluft nach West- und Mitteleuropa gelangen, wodurch der festländische Höhentrog aufgefüllt würde. Selbst wenn dies in dieser Heftigkeit zuträfe, wäre dennoch zu bezweifeln, dass sich die Erwärmung auch in Bodennähe gegen die dort weiterhin bestehende kalte Ost- bis Südostströmung behaupten könnte. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Der heutige Lauf EZMW-00 sieht eine ähnlich strukturierte Modellierung der für die mittelfristige Entwicklung in Deutschland maßgebenden Druckverteilung vor, wie schon seine Vorläufer. Von daher lässt sich zumindest die Prognose der großskaligen Druckgebilde als ziemlich sicher einschätzen. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen globalen Modelle zeigen eine ähnliche Entwicklung wie das heutige EZMW-00. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen EPS-00 verteilt seine 51 Testläufe auf 2 Cluster mit annähernd gleicher Population (24 und 27 Fälle). Sie ähneln sich im überwiegenden Zeitraum auch im Mittel ihrer Druckverteilungen. Am nächsten Sonntag jedoch unterscheiden sie sich gerade hinsichtlich der im letzten Absatz oben beschriebenen Zufuhr atlantischer Warmluft, so dass dieser Aspekt der Prognose gegen Ende durch die EPS-Statistik bisher keine Absicherung erfährt. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Da sich innerhalb des großskaligen Trogkomplexes über Mitteleuropa kurzfristig kleinräumige und nur kurzfristig prognostizierbare zyklonale Zirkulationen bilden können, lassen sich einzelne Niederschlagsereignisse mittelfristig kaum abschätzen. Zwar dürfte im großflächigen Maßstab eher mit geringen Niederschlagsmengen zu rechnen sein. Kleinräumig kann es dagegen vorübergehend durchaus zu signifikantem Schneefall kommen. Mit großer Sicherheit steht dagegen Dauerfrost mit verbreitet strengem Nachtfrost zwischen minus 10 und minus 15 Grad zu erwarten. Wegen des niedertroposphärisch vorerst gut entwickelten Druckgradienten am Rande des Russlandhochs sind im höheren Bergland Sturmböen wahrscheinlich. Darüber hinaus ist zunächst vor allem im Osten, später auch in anderen Gebieten zeitweise meist nur geringer Schneefall (weniger, als 10 cm) möglich. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage EPS, MOS-MIX, EZMW-operationell. ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Böhlen Quelle: DWD |
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