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DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 08.09.10 um 10.30 UTC Nach schwachem Zwischenhocheinfluss bereits am Sonntag/Montag Passage einer Rinne mit eingebetteter Kaltfront, danach möglicher Übergang zu GWL "WA" (West antizyklonal). __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 15.09.10 Zu Beginn des Mittelfristzeitraums am kommenden Samstag zeigt der heutige 00-UTC-Lauf vom ECMF ein abgeschlossenes Höhentief über der Adria, das aus dem zuvor weite Teile Mitteleuropas überdeckenden Höhentiefkomplexes abgetropft ist. Nördlich davon befindet sich das kurzwellige Residuum in Form eines kurzwelligen Troges, der vorübergehend sogar die Form eines kleinen Höhentiefs bzw. eines Kaltlufttropfens annehmen soll, und dabei von Nordostdeutschland nach Polen zieht. Welche Kontur dieses Gebilde auch immer annehmen wird, von Westen her rückt ein kurzwelliger Rücken nach, der eine kurze Zwischenhochphase initiiert. Das korrespondierende Bodenhoch spaltet sich aus einem nach Frankreich gerichteten Azorenhochkeil ab und wandert relativ zügig über die Alpen und die Südhälfte ostwärts. Von Westen her deutet sich bereits das nächste zyklonale Intermezzo an, formiert sich doch bereits am Samstag über UK und dem nahen Atlantik ein neuerlicher Höhentrog, der mit einem großräumigen, von England bis nach Grönland reichenden Bodentiefkomplex in Verbindung steht. Ein eingelagertes Randtief zieht von Irland zur nördlichen Nordsee, wobei die Warmfront des zugehörigen Frontensystems insbesondere den Westen und Norden des Vorhersageraums mit allerdings limitierter Wetterwirksamkeit (ECMF simuliert keinen Regen an der Warmfront) streift. Am Sonntag schwenkt der o.e. Höhentrog unter Verkürzung seiner Wellenlänge bis nach Deutschland, wo er beginnt abzutropfen und die Form eines Kaltlufttropfens anzunehmen. Vorderseitig "schiebt" er quasi die zunächst noch schleifende Kaltfront des angesprochenen Frontensystems an, die - eingebettet in eine meridional exponierte Bodenrinne - Deutschland im Laufe des Sonntags ostwärts passiert. Die rückseitig einfließende maritime Kaltluft gelangt unter leichten Hochdruckeinfluss, der sich in Form eines flachen Azorenhochkeils manifestiert. Dessen Wirksamkeit sollte sich am Montag aber in einem überschaubaren Rahmen halten, was der Passage des Höhentiefs respektive KLTs über Deutschland in Richtung Südosten geschuldet ist. Bereits am Dienstag nähert sich die Warmfront eines weiteren Frontensystems, das zu einem Tief im Seegebiet zwischen Island und Norwegen gehört. Dieses Tief soll sich nach Lesart des ECMF zu einer Orkanzyklone aufschaukeln, deren Kern am Mittwoch 00 UTC knapp östlich von Island liegt. Große Teile Deutschlands gelangen in den Warmsektor des Frontensystems, wobei von Südwesten her niedertroposphärische Warmluft angezapft wird. Die nachfolgende Kaltfront entpuppt sich als schleifend mit dem Hang zur Wellenbildung, so dass sie sich im Laufe des Mittwochs nur zögernd von Nordwesten her nähert. Schließlich zieht sie aber bis Donnerstag über Deutschland hinweg, gefolgt von einem Höhentrog, der für einen wechselhaften und relativ kühlen Witterungsabschnitt sorgen würde (erweiterte Mittelfrist). __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des ECMF-Modells hält sich gegenwärtig in Grenzen. Zwar zeigen alle Vorläufe auch die Passage der Rinne bzw. Kaltfront am kommenden Sonntag, die Geschichte danach wird aber recht unterschiedlich gehandhabt. Kurz gesagt, weist der aktuelle Lauf die zyklonalste Variante auf. Beim gestrigen 12- UTC-Lauf z.B. vollzieht sich der Cut-Off-Prozess bereits westlich von uns (Richtung Iberische Halbinsel gerichtet), was bei uns ein höheres Potenzial bedeuten würde. Auch der 00-UTC- Lauf von Dienstag simuliert die Abtropfung westlicher und sieht in der Folge eine Brückenlage für Mitteleuropa vor. Allein vor diesem Hintergrund existieren also noch einige Fragezeichen, wie sich die Großwetterlage entwickeln wird. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Im Gegensatz zu ECMF behält GFS seine Linie bei, indem es zu Beginn der Woche die Abtropfung über der Nordsee bzw. Norddeutschland vollzieht. Danach wölbt sich über Südwest- und Westeuropa ein breiter Rücken auf, während ECMF an dieser Stelle eine Austrogung anbietet. EGRR tendiert eher in Richtung ECMF, GME hat weiterhin den Cut-Off Richtung Iberien auf der Karte und simuliert zur Wochenmitte eine nördliche Westlage. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die aktuelle Rauchfahne von Offenbach zeigt zunächst einen eng gebündelten Verlauf, der etwa bis Dienstag andauert. Auffallend dabei ist aber das negative Ausscheren des Haupt- und Kontrolllaufs von Sonntag zu Montag. Sowohl die Potenzial- als auch die Temperaturkurve weisen einen deutlichen "Schlag" nach unten aus, der nur von ganz wenigen Ensembles gestützt wird. Von daher ist zu erwarten, dass Cut-Off-Prozess nebst KF- Passage nicht ganz so signifikant ablaufen wie vom operationellen Lauf angedeutet. Im weiteren Verlauf der Woche nimmt die Streuung deutlich zu, es lässt sich aber ein Trend hin zur Abkühlung bei abnehmenden Geopotenzial ableiten. Betrachtet man die Mittelkarten "Bodendruck/Geopot. 500 hPa" von ECMF und GFS hinsichtlich des Verlaufs in der kommenden Woche, so finden sich mehr Gemeinsamkeiten, als man nach Sichtung der operationellen Läufe hätte erwarten können. Danach tendiert die großräumige Zirkulation in Richtung WA (West antizyklonal, inoffiziell auch nördliche Westlage) mit einem kräftigen Tief über Nordeuropa und einem nach Süddeutschland gerichteten Azorenhochkeil, der bei GFS allerdings stärker ausgeprägt ist als bei ECMF. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten fuer signifikante Wettererscheinungen Nach Stand der Dinge beschränken sich signifikante Wettererscheinungen - abgesehen von Nebel - auf lokale Gewitter, die sowohl am Freitag unter dem Höhentrog als auch am Sonntag und Montag mit KF-Passage auftreten können. Wenn die Gewitter lokal auch mal von Starkregen begleitet sein können, eine überregionale Starkgewitterlage steht nicht auf der Karte. ________________________________________________________ Basis fuer Mittelfristvorhersage Mixtur aus EPS, MOS-Mix, den Modellen und dem Bauchgefühl des Verfassers. ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Hoffmann Quelle: DWD |
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