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DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 08.09.2010 um 18 UTC Markante Wettererscheinungen: In Alpennähe Regen, zunächst teils schauerartig verstärkt. Anfangs noch Böen bis Sturmstärke an der Küste. Donnerstag im Westen und Süden teils kräftige Gewitter. Erst am Freitag einsetzende Wetterbesserung. Synoptische Entwicklung bis Samstag 12 UTC ------------------------------------------------------------- Aktuell ... liegt Deutschland unter der Vorderseite eines Langwellentroges, der sich von den Britischen Inseln über Frankreich hinweg ins westliche Mittelmeer ausweitet und dabei austropft. Dabei laufen vorderseitig ein kurzwelliger Anteil nach Norden ab, dessen Hebung mit einem Niederschlagsgebiet in Verbindung steht, das aktuell von der Bodenseeregion über den westlichen Mittegebirgsraum bis ins Emsland reicht. Über Nordosteuropa liegt ein blockierendes Hoch, das einen Schwerpunkt über Finnland aufweist. Dieses Hoch lässt kaum eine weitere Verlagerung dieses Niederschlagsbandes nach Osten zu, woraus sich eine schleifende Bewegung ergibt. Gleichzeitig führt Kaltluftadvektion über dem Süden und Südosten Deutschlands zu Absinken und damit zu Druckanstieg. Somit entwickelt sich über dem Alpenraum ein Bodenhochkeil. Hierdurch erfolgt Stabilisierung, so dass die Niederschläge nur anfangs an den Alpen noch konvektiv durchsetzt sind, wobei einzelne Starkregenereignisse eingelagert sein können. Unwetterartige Entwicklungen zeichnen sich nicht mehr ab. Die hierzu erforderliche Luftmasse liegt bereits zu weit im Osten und damit außerhalb des Vorhersagegebietes. Der Westen Deutschlands gelangt in den Einflussbereich des austropfenden Troges und damit von labilerer Luft, wodurch dort schauerartige Niederschläge einsetzen. Vereinzelt sind auch Gewitter möglich. Mit dem Aufbau des Bodenkeils über den Alpen verschiebt sich die über Deutschland liegende Tiefdruckrinne etwas nach Osten, wodurch der Gradient auseinander gezogen und der Wind im Norden und Nordosten schwächer wird. Böen bis Bft 8 sollten dann auf exponierte Küstenabschnitte begrenzt bleiben. Donnerstag ... vollendet sich das Abtropfen des westeuropäischen Troges. Das resultierende Cut-Off-Tief weist eine komplizierte Struktur auf. Es gehen daraus bis zum Abend mehrere Zentren hervor, die dann über den Benelux-Staaten, dem Mittelgebirgsraum und den Westalpen liegen. Im Bereich dieses Höhentiefkomplexes setzt sich nahezu überall labil geschichtete Luft durch. Am labilsten ist es dabei im Westen und Südwesten, so dass dort wiederholt und z.T. kräftige Gewitter auftreten können. Dabei ist Starkregen möglich; Hinweise auf Sturmböen sind dagegen nicht zu finden. Für unwetterartige Entwicklungen gibt es keine Signale. Über dem Norden und Nordosten liegt dann das Niederschlagsband, das im Teil "Aktuell" ausführlicher beschrieben wurde. Dazwischen, d.h. in einem Streifen vom östlichen Bayern bis zum Weser-Ems-Gebiet, wird kompensierendes Absinken simuliert, so dass dort kaum Niederschläge auftreten sollten. Im Lee der Mittelgebirge sind innerhalb dieses Streifens sogar Auflockerungen vorstellbar. Wo diese Gebiete genau zu erwarten sind, lässt sich noch nicht prognostizieren, da ein derartig komplexes Höhentief und dessen weitere Entwicklung bereits im Kurzfristzeitraum nur sehr schwer vorhersagbar ist. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 13 bis 17 und nur mit Hilfe der Sonne bis 19 Grad. In der Nacht zum Freitag liegt das gesamte Vorhersagegebiet im Bereich dieses komplexen Höhentiefs, das sich dann bis nach Mittelitalien ausweitet. Ganz im Westen dreht die Strömung bereits auf Nord bis Nordost. Somit kommt es nahezu überall zu weiteren Schauern. Im Süden wird, abgesehen vom Alpenrand, die Schauertätigkeit durch Absinken und die Kräftigung des dort vorhandenen Bodenhochkeils gedämpft. Freitag ... verlagert sich der beschriebene Höhentiefkomplex ein wenig nach Osten. Zwischen den Höhentiefs über Nordostdeutschland und Süditalien verläuft eine Rinne tiefen Geopotentials über Bayern und Oberitalien hinweg nach Südosten. Dabei erfolgt über Deutschland eine Abschnürung. Diese wird durch Warmluftadvektion begünstigt. Der hieraus resultierende Geopotentialanstieg ist besonders im mittleren Teil der Rinne zwischen den beiden Höhentiefs wetterwirksam. Gleichzeitig setzt sich über weiten Teilen Deutschlands Absinken durch, was die Niederschlagstätigkeit allgemein dämpft. durch die im Nordosten und Osten Deutschlands noch vorhandene Tiefdruckrinne kommt es in diesen Regionen noch zu Schauern und kurzen Gewittern. Außerdem setzt durch die o.g. Warmluftadvektion im Nordwesten Regen ein, der nicht warnrelevant ist. In den anderen Gebieten sind aber die Chancen für Auflockerungen größer als an den beiden Tagen zuvor. Niederschläge dürften nur noch vereinzelt auftreten. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 13 bis 19, mit Hilfe der Sonne bis 21 Grad. In der Nacht zum Samstag wird das über dem Nordosten Deutschlands liegende Höhentief von der Frontalzone aufgenommen und ist damit für unser Wettergeschehen nicht mehr bedeutsam. Das "südliche" Höhentief etabliert sich über Süditalien. Von Frankreich weitet sich ein Höhenrücken zunehmend nach Nordosten aus. Dieser wird allerdings durch Warmluftadvektion überlaufen, die im Nordwesten und Westen zu Niederschlägen von meist leichter Intensität führt. Im Osten und Süden dürften jedoch die Wolken verbreitet auflockern, wobei dann mit Nebel zu rechnen ist. Samstag ... liegt die Achse des Höhenkeils über Deutschland, was größtenteils Absinken zur Folge hat. Durch diesen Rücken wird ein Bodenhoch gestützt, das durch Druckanstieg über dem östlichen Mitteleuropa allmählich Anschluss an das über Westrussland liegende Bodenhoch findet. Mit der Verlagerung des Schwerpunktes dieses Hochs nach Osten setzt über dem Vorhersagegebiet eine südliche bis südöstliche bodennahe Komponente ein, mit der deutlich wärmere Luft advehiert wird. Allerdings wird der Norden und Nordwesten von einer Warmfront eines über Schottland hinweg nordostwärts ziehenden Randtiefs gestreift. Diese tritt als mehrschichtige Bewölkung in Erscheinung. Niederschläge sind jedoch nur vereinzelt zu erwarten. Dabei ist ein spürbarer Temperaturanstieg zu erwarten. Mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 18 und 24 Grad wird es deutlich wärmer als bisher. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die vorliegenden Modelle zeigen durchweg eine ähnliche synoptische Entwicklung. Geringe Unterschiede deuten sich erst in der Nacht zum Freitag und am Samstag an. So wird der sich nach Deutschland und weiter nordostwärts ausweitende Höhenkeil in seiner Entwicklung von EGRR und LFPW etwas langsamer simuliert als von GME. Außerdem werden die von der deutschen Modellkette im Nordwesten im Zusammenhang mit einer streifenden Warmfront prognostizierten Niederschläge von den anderen Modellen deutlich schwächer simuliert. Hinsichtlich der Niederschlagssituation an den Alpen werden nur von PEPS schwache Signale (ca. 10 Prozent Wahrscheinlichkeit) für unwetterrelevante Regenmengen geliefert. Die anderen Modelle zeigen allenfalls Mengen, die für eine markante Warnung hinreichend sein dürften. Neben COSMO-EU haben auch andere Modelle, wie z.B. GFS, die zu erwartenden Niederschlagsmengen deutlich reduziert. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Thomas Schumann Quelle: DWD |
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